Alida Valli

   

 

B I O G R A P H I E

 

 

 Überblick

Alida Valli wurde am 31. Mai 1921 in Pola geboren, in der Provinz Istrien des Königreichs Italien, als Alida Maria Laura Altenburger baroness von Marckenstein und Frauenberg. Den Künstlernamen 'Alida Valli' nahm sie 1936 zu ihrem zweiten Film an. Mit 15 Jahren bekam sie 1936 in Rom, Cinecittà, ihre erste Filmrolle und avancierte mit der Komödie 'Mille Lire al mese' rasch zum Liebling des italienischen Publikums.

Nachdem sie anfangs in leichten Komödien spielte, konnte sie 1941 in der weiblichen Hauptrolle von 'Piccolo mondo antico' ihr dramatisches Talent unter Beweis stellen und erhielt dafür bereits als Zwanzigjährige bei dem Filmfestival von Venedig den Preis als beste Hauptdarstellerin des Jahres. Sie wurde zur beliebtesten Schauspielerin Italiens und zur Ikone des italienischen Kinos. Sie unterbrach ihre Karriere während des Krieges, um nicht an faschistischen Propagandafilmen teilnehmen zu müssen und tauchte bei Freunden in Rom unter.

1947 ging sie nach Hollywood, wo sie unter der Regie von Alfred Hitchcock 'The Paradine Case' (Der Fall Paradine) drehte. International berühmt wurde sie durch den in Wien gedrehten britischen Klassiker 'The Third Man' (Der dritte Mann) von Carol Reed.

Sie kehrte nach Italien zurück, wo ihr 1954 mit der Darstellung der Contessa Livia Serpieri in 'Senso'  (Sehnsucht) unter der Regie von Luchino Visconti eine schauspielerische Glanzleistung gelang, die der Höhepunkt ihrer Karriere war. In den 50er und 60er Jahren drehte sie mit namhaften Regisseuren wie Antonioni (Der Schrei), Pasolini (Edipo Rex), Colpi (Nach Jahr und Tag), Chabrol (Ophélia) und Bertolucci (Die Strategie der Spinne, 1900) und wurde zu einer Kult-Figur des italienisch-französischen Kinos.

Mitte der 50er Jahre begann sie Theater zu spielen, mit Stücken von Ibsen, Pirandello, Sartre, Williams, Miller und Archibald, die sie durch Italien, nach Frankreich und in die USA führte. Im italienischen Fernsehen war sie die erste Moderatorin mit einer eigenen Show: 'Music-Rama'. In Südamerika drehte sie mehrere Filme (Brasilien, Venezuela) und verbrachte einige Jahre in Mexico, wo sie für einen Dokumentarfilm 1964 die Regie übernahm.

Bis zuletzt stand sie auf der Bühne und vor den Kameras. Bezeichnungen wie 'Legende' oder 'Grande Dame' des europäischen Films werden ihr von der Presse zugewiesen. Ihr Lebenswerk wird als 'Monument' bezeichnet. Dafür erhielt sie eine Reihe der wichtigsten Preise und Ehrungen, u.a. den 'Golden Löwen' bei dem Internationalen Filmfestival von Venedig, den 'David di Donatello' für die Karriere und den Ehrendoktortitel der Universität Rom. Vom französischen Kulturminister wurde ihr die Ehrung eines 'Chevalier des Arts et des Lettres' Frankreichs und vom italienischen Staatspräsidenten die Ehrung eines 'Cavaliere della Repubblica Italiana' zuteil.

Ihr Lebenswerk wurde in zwei Büchern veröffentlicht: die Biografie "Il romanzo di Alida Valli" von Lorenzo Pellizzari und Claudio M. Valentinetti (390 Seiten, Garzanti Verlag, 1995) und die ausführliche Filmografie "Alida Valli" von Ernesto G. Laura und Maurizio Porro (224 Seiten, Gremese Verlag, 1996).  

                      

 

Ausführliche Biographie

  Kindheit und Jugend

Alida Valli wurde in Pola, Italien, als Baroness Alida Maria Laura Altenburger von Marckenstein und Frauenberg geboren. Den Künstlernamen 'Alida Valli' nahm sie 1936 zu ihrem zweiten Film an. Sie stammt aus italienisch-österreichischen Familien. Ihr Vater war Baron Gino Altenburger aus Trento. Er hatte in Wien Philosophie studiert und unterrichtete danach am Gymnasium in Pola 'Giosuè Carducci'. Zusätzlich war er Musikkritiker der Zeitschrift 'Corriere Istriano'. Die wechselvolle Geschichte Polas führte dazu, dass Alida Valli in einer multikulturellen und cosmopoliten Stadt aufwuchs. Alida Valli besuchte die Grundschule 'Dante Alighieri' und war eine der besten Schülerinnen. Bereits als Kind nahm sie an Schulaufführungen im Theater 'Circolo Savoia' in Pola teil.  Zu ihren ersten kleinen Rollen gehörten die des Pierrot oder der Pasqualina nach Geschichten des Signor Bonaventura von Sergio Tofano. Die Freizeit verbrachte sie am liebsten am Meer, in einer der zahlreichen Buchten der Umgebung.  

1929 zog die Familie in das ruhigere Como, in den Bergen der Lombardei, wo ihr Vater Gino Altenburger eine Stelle als Lehrer am dortigen Gymnasium annahm. Fuer Alida war der Umzug aus dem lebenslustigen, mediteranen Pola in das stille, verschlossene Como ein "Schock" (Interview mit F. Mitterand). Sie fuhr regelmässig in das schweizerische Lugano, um sich dort im Kino die neuesten Filme anzusehen und sich Jazz-Musik Schallplatten für ihre anwachsende Sammlung zu kaufen. Nachdem sie auf dem Gymnasium in Como in der 7. Klasse in zwei Fächern durchgefallen war, entschloss sie sich, rebellisch und autonom wie sie war, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie nahm ihre wenigen Schmuckstücke, Geschenke zur Kommunion, und versetzte sie für 75 Lire. Mit dem Geld kaufte sie sich eine Fahrkarte nach Mailand und klopfte an die Türen der 'Cinegrafica', um sich für Schauspielkurse anzumelden. Sie träumte davon, als Schauspielerin die Welt zu erobern. Aufgrund ihrer Jugend wurde sie wieder nach Hause geschickt, wo niemand ihren kleinen Ausflug bemerkt hatte. Doch sie liess sich nicht entmutigen. Gegen den Willen ihres Vater, jedoch mit Unterstützung der Mutter fuhr sie mit ihr 1936 zum 'Centro Sperimentale di Cinematografia' nach Rom und begann dort ein Schauspielstudium. Sie wohnte bei einem Verwandten väterlicherseits, dem römischen Senator Ettore Tolomei.
 

Erste Erfolge

Nachdem sie  einige Kurse besucht hatte, erhielt sie bereits 1937 ihre erste Rolle in dem Film 'Il feroce saladino'. Sie hatte Erfolg und bekam sofort eine weitere Rolle angeboten. Daraufhin brach sie ihr Studium ab und drehte im gleichen Jahr den Film 'Sono stato io!'. Im Januar 1939 gelang ihr bei dem italienischen Publikum der Durchbruch mit dem Film 'Mille lire al mese' unter der Regie von Max Neufeld. Die Zeitschrift 'Cento stelle' beschrieb ihr Auftreten damals mit den Worten: "...ein frisches und  liebliches Gesicht mit ausdrucksstarke Augen, von hochgewachsener Gestalt und spontaner Rezitation".

Nach einer Umfrage der Zeitschrift 'Cinema' Ende 1939 stand Alida Valli nach Assia Noris an zweiter Stelle bei den beliebtesten Schauspielerinnen Italiens. In der Rolle als junge Diva nahm sie 1940 an einem 15-minütigen Werbespot teil, der über Cinecittà berichtete. In diesem Spot trat sie neben den damaligen Größen des italienischen Films auf: Amedeo Nazzari,  Antonio Gandusio, Dina Galli, Clara Calamai, Doris Durante, Assia Noris, Vittorio de Sica und Beniamino Gigli.

Alida Valli wurde zur gefragtesten Schauspielerin des Jahres, so dass vier ihrer Filme in Folge in den Kinosälen aufgeführt wurden. Es waren leichte, unterhaltende Komödien der sogenannten 'telefoni bianchi' (ein Stil, benannt nach der damaligen amerikanischen Mode der weißen Telefone in Filmen). Ihr dramatisches Talent konnte sie erstmals in der weiblichen Hauptrolle der Luisa in 'Piccolo mondo antico' (Kleine alte Welt) unter Beweis stellen. Dafür erhielt sie bei den Filmfestspielen von Venedig den Preis als beste Schauspielerin Italiens des Jahres 1941. Sie wurde zur beliebtesten und gefragtesten Schauspielerin, zur 'Fidanzata d'Italia' (die 'Verlobte Italiens').

 


Piccolo mondo antico
(Kleine alte Welt)

 

Der zweite Weltkrieg

Dem kometenhaften Aufstieg von Alida Valli wurde im gleichen Jahr durch die Ereignisse des zweiten Weltkrieges ein persönlicher, tragischer Schicksalsschlag entgegengesetzt: Ihre erste große Liebe und Verlobter Carlo Cugnasca fiel an der Front. Er wurde als Pilot über Lybien von britischen Fliegern, den Hurricans der Desert Air Force, abgeschossen. Kurz darauf fiel ein gemeinsamer Freund an derselben Front. Die Nachrichten erhielt sie während der Dreharbeiten zu der Internats-Komödie 'Ore 9: lezione di chimica'. Er wurde ein Kassenschlager. Alida Valli zog sich in diesem Sommer aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachte mehrere Wochen in Madonna di Campiglio bei der Mutter von Carlo Cugnasca. Die 'Verlobte Italiens', verlor ihren eigenen Verlobten und stand stellvertretend für eine ganze Generation, die von dem zweiten Weltkrieg getroffen wurde.

Im späten Herbst 1941 nahm sie ihre Arbeit wieder auf und drehte mehrere Filme. 1942 spielte sie die Hauptrolle in dem zweiteiligen Epos 'Noi vivi' / 'Addio, Kira' von Goffredo Alessandrini nach dem Bestseller der in den USA lebenden russischen Emigrantin Ayn Rand. Für ihre Darstellung der Kira Argounova, Hauptfigur in einer tragischen Liebesgeschichte im Russland nach der Oktoberrevolution, die mit Flucht und Tod endet, erhielt sie das uneingschränkte Lob der gesamten Filmkritik und wurde mit der Garbo verglichen. Der Film gilt heute als ein Klassiker. Er ist vor einigen Jahren in restaurierter Fassung als Video und DVD auf den internationalen Markt gekommen. 

Im gleichen Jahr 1942 gibt sie ihr Debüt als Sängerin in dem Film 'Stasera niente di nuovo'.  Ihr Lied 'Ma l'amore no' wurde zum Hit und begleitete viele Menschen in Italien durch die Kriegsereignisse, vergleichbar mit 'Lili Marleen' in Deutschland.


Notenheft zu 'Ma l'amore no'

 Die militärische Achse Rom-Berlin führte zu einer verstärkten Zusammenarbeit beider Länder in der Filmbranche. Alida Valli machte 1943 in einer deutsch-italienischen Co-Produktion ihre erste schauspielerische Auslandserfahrung. Sie drehte an der Seite des berühmten Tenors Beniamino Gigli und Paul Hörbiger in den Studios von Babelsberg, Berlin, den Film 'I pagliacci' (Lache Bajazzo) nach einer Oper von Leoncavallo.

Zurückgekehrt nach Rom drehte sie noch drei Filme und unterbrach dann ihre Karriere. Die Situation in Rom war gespannt: in Italien war Mussolini gestürzt worden. Der italienische König hatte sich mit den Alliierten verbündet und war aus Rom geflohen. Deutschen Truppen besetzten Italien und nahmen Verhaftungen vor. Auf Sizilien landeten die alliierten Truppen und marschierten auf Rom zu. Die Filmproduktion in Cinecittà wurde auf Grund der Bombardierungen eingestellt und ein Teil der Produktion nach Venedig verlegt. In Salò unternahm die faschistische Nachfolge-Regierung Mussolinis einen letzten Versuch, sich an der Macht zu halten. Alida Valli wurde nach Venedig gerufen, doch sie gab vor, sich vom Filmgeschäft zurückgezogen zu haben, um nicht an faschistischen Propagandafilmen mitzuwirken. Sie versteckte sich in Rom mit Freunden, bei Luciana d'Avack und bei der argentinischen Malerin Leonor Fini. Dort lernte sie den Cousin von Leonor Fini kennen, den triestiner Jazz-Musiker Oscar De Mejo und einen weiteren Freund, den römischen Jazz-Musiker Piero Piccioni. Diese Freundschaft mit Piccioni wird zehn Jahre später Folgen haben. Zunächst heirateten Alida Valli und Oscar De Mejo 1944 zwischen Bombenalarmen während die alliierten Truppen Rom einnahmen und von der deutschen Besatzung befreiten.


Leonor Fini 


Rom 1944, Hochzeit mit Oscar De Mejo 


Befreiung Roms durch alliierte Truppen  

                           

Neubeginn

Das Kriegsende erlebte Alida Valli bei Ihrer Mutter in Como. Noch war sie nicht in Sicherheit, denn ehemalige Partisanen und Opportunisten suchten überall nach angeblich Schuldigen und erschossen auch Unbeteiligte wie die Schauspielkollegen Osvaldo Valenti ('Mille lire al mese', 1939) und seine Frau Luisa Ferida ('I due sergenti', 1936). Trotz aller Warnungen ihrer Mutter ging sie durch die Strassen von Como, doch niemand wagte es, sie anzusprechen. 1945 nahm sie ihre Arbeit in Rom wieder auf und drehte 'La vita ricomincia' (Zu neuem Leben). Alida Valli spielte die Rolle der Patrizia Martini, die während des Krieges gezwungen gewesen war, sich zu prostituieren, um das Leben ihres kleinen Sohnes zu retten. Nach Kriegsende erschießt Patrizia ihren Peiniger und muss, ideell und materiell zerstört, ihr Leben neu beginnen. Im Januar 1946 kam Alida Valli's erster Sohn zur Welt. Sie nannte ihn Carlo, zur Erinnerung an Carlo Cugnasca. Nach kurzer Pause übernimmt sie die Hauptrolle in dem Film 'Eugenia Grandet' nach dem gleichnamigen Roman von Honoré de Balzac und erhielt dafür den Filmpreis 'Nastro d'argento' als beste weibliche Hauptdarstellerin des Jahres.  

 

Hollywood

Auf Grund dieses Films erhielt sie aus Hollywood von der Filmproduktion 'Vanguard' von Selznick ein Angebot für einen Vertrag über sieben Jahre. Sie zögerte anfangs, da es eine langjährige Abhängigkeit unter restriktiven Bedingungen bedeutete, u.a. sollte sie ihre Rollen zugewiesen bekommen. In Italien war sie bereits ein Star und gewohnt gewesen, ihre Rollen unabhängig auszusuchen. Sie nahm das Angebot trotzdem an, ein wenig unter dem Einfluß ihres Mannes, der davon träumte ins Land des Jazz überzusiedeln und ein wenig geblendet vom Glanz Hollywoods.

 

Weihnachten 1946 verbrachte sie mit ihrer Familie in London und reiste anschließend in die Vereinigten Staaten nach New York. 1947 drehte sie unter der Regie von Alfred Hitchcock ihren ersten Film in  Hollywood: 'The Paradine Case' (Der Fall Paradine). In weiteren Rollen eine Starbesetzung: Gregory Peck, Charles Laughton, Ann Todd und Ethel Barrymore.

          
                 
Die Selznick Studios - Hauptgebäude                                             Der Fall Paradin                                      
 

Es folgte der Film 'Miracle Of The Bells' von Irving Pichel neben Fred Mc Murray und einem sehr jungen Frank Sinatra, der hier in seiner ersten dramatischen Rolle auftritt. Alida Valli kaufte sich ein Haus in Santa Monica. Zu ihren besten Freunden gehörten die Schauspieler Micheline Presle, Gregory Peck und Joseph Cotten.

 


              
Santa Monica                  Micheline Presle

Inzwischen hatte die Filmproduktionsgesellschaft von Selznick finanzielle Schwierigkeiten. Kontakte für Filmangebote, die sie selbst mitbrachte, wurden von Selznick mißachtet. Er selbst war nicht in der Lage Alida Valli passende Rollen anzubieten. Der Vertrag mit Selznick bedeutete für die Valli eine Behinderung ihrer weiteren Karriere.  Auch war sie mit dem Arbeitsstil in Hollywood unglücklich, wo nach amerikanischen Muster eine schauspielerische Leistung nach monetären Gesichtspunkten an den Kinokassen gemessen wurde und nicht nach künstlerischen.

 

Der dritte Mann

1948 kehrte Alida Valli nach Europa zurück, zu Dreharbeiten zu dem englischen Film 'The Third Man' (Der dritte Mann) nach einer Novelle von Graham Greene, der dafür monatelang in Wien recherchiert hatte. In weiteren Rollen sind Orson Welles, Joseph Cotten, Trevor Howard und Paul Hörbiger. Gedreht wurde im zerbombten Wien und in den Shepperton Studios in London. Sie spielte die geheimnisvolle Freundin Anna Schmidt des Schwarzmarkthändlers Harry Lime (O. Welles), die als Flüchtling aus der russisch besetzten Tschechoslowakei mit gefälschten Papieren in der internationalen Zone von Wien gestrandet war. Alida Valli bevorzugte diese Rolle aus privaten Gründen. Wien war die Stadt, in der ihr Vater studiert hatte und die ihr auf Grund ihrer österreichischen Vorfahren vertraut war. Ein weiterer autobiografischer Bezug läßt sich in der Handlung erkennen: Ihre Heimatstadt Pola in Istrien war nach dem Krieg zusammen mit Triest als Zone A unter britische Verwaltung, der Rest des istrischen Hinterlandes war als Zona B unter jugoslawische Verwaltung gefallen.  Die Bewohner Pola's wurden 1947 zu Flüchtlingen wie Anna Schmidt. Anna Schmidt ist "die wahre Heldin des Films", denn sie bildet bis zur letzten Szene den "Fixpunkt, um den sich das Drama der beiden Freunde Holly Martins und Harry Lime dreht". Sie ist "der Fels in der Brandung einer aus allen Fugen geratenen Welt: Im Gegensatz  zum wankelmütigen Holly zeigt sich Anna unerschütterlich in ihrer Loyalität gegenüber dem Geliebten;  gleichzeitig bleibt sie sich selbst treu, bewahrt sich - auch um den Preis des eigenen Verderbens  - ihre Selbstachtung und geht schließlich stolz erhobenen Hauptes als Siegerin hervor" ( Der dritte Mann - Auf den Spuren eines Filmklassikers , Czernin Verlag, Wien 2002).

                     
Alida Valli während der Dreharbeiten                                                   Graham Greene
    zu 'Der dritte Mann'  in Wien                                                                                     

Diese Rolle machte Alida Valli zu einem Weltstar. Orson Welles blieb ein Verehrer Alida Valli's und äußerte sich später verwundert darüber, dass er zehn Tage mit ihr am Set in Wien verbrachte, ohne den 'ersten Schritt' zu machen: "I see 'The Third Man' every two or three years - it's the only movie of mine I ever watch on television because I like it so much - and I look at Valli and I say 'What was in your mind when you were ten days in Vienna and you didn't make a move." (Orson Welles).  Der Film gewann den 'Grand Prix' von Cannes 1949 und ist als 'der Wien-Film' schlechthin ein Kultfilm geworden. Die Schlusszene mit Alida Valli gilt als der "konsequenteste Abgang" in der Filmgeschichte. Auch Herbert von Karajan war nach diesem Film zeitlebens einer der größten Bewunderer Alida Vallis und äußerte sich einmal über den Film er müsse eigentlich 'Die dritte Frau' heißen. Das berühmte Thema der Zither-Musik von Anton Karas bleibt seither untrennbar mit Wien verbunden. Das Historische Museum in Wien widmete dem Film eine eigene Ausstellung. Zu den Orginaldrehplätzen werden heute Führungen angeboten (www.derdrittemann.at). Im September 1999 wurde Carol Reeds 'The Third Man' von über 2700 Mitgliedern des British Film Institute aus 820 Filmen zum besten britischen Film des 20. Jahrhunderts gewählt (,,the best British film of the century"). Fotoset.

 
Notenheft zu der Musik
von Anton Karas

 Kaum zurückgekehrt nach Los Angeles wurde Alida Valli 1949 von Selznick für den Film 'The white tower' mit Glenn Ford verpflichtet. Sie musste zu Außenaufnahmen nach Chamonix in Frankreich reisen. Da sie ihr zweites Kind erwartete, fielen ihr die weiten Reisen über den Atlantik zunehmend schwer. Die Unstimmigkeiten ueber Rollenangebote von Selznick besserten sich nicht. Ende Februar 1950 wurde in Santa Monica (Los Angeles) ihr zweiter Sohn Lorenzo, genannt Larry, geboren.


 
Los Angeles 1950,
Geburt Lorenzos (Larry)

Im gleichen Jahr drehte sie in Hollywood  'Walk softly, stranger' neben Joseph Cotten. Das Thema des Films ist unspektakulär, einzig Alida Valli trägt durch ihre Ausdruckskraft den gesamten Film und macht ihn  sehenswert. Es wurde ihr letzter Film in Hollywood. 1951 drehte sie in Paris und Italien (San Gimignano) den Film 'I miracoli non si ripetono' von Yves Allégret mit Jean Marais.

Bei den Dreharbeiten fiel sie die Entscheidung aus den USA nach Europa zurückzukehren. Die Ehe mit Oscar de Mejo hatte gleichfalls ihr Ende erreicht. Sie trennten sich als gute Freunde. Alida Valli verbrachte einen Urlaub mit Freunden an der Cote d'Azur und kam nicht rechtzeitig zu Dreharbeiten nach Hollywood zurück. Das führte dazu, dass Selznick ihr montalang kein Gehalt zahlte und sie zwang in ihrem Haus auf seine Anweisungen zu warten. Als er sich weigerte, sie zu einem Gespräch zu empfangen entschied Alida Valli sich sofort den Vertrag zu lösen und entgültig Hollywood zu verlassen, allerdings ging sie damit eine hohe Vertragsstrafe ein (über 200.000 US$). Sie verkaufte ihr Haus in Santa Monica, teilte in Hollywood noch eine zeitlang eine Wohnung mit ihrer Freundin Valentina Cortese und kehrte 1951 mit ihren Kindern, ohne Ehemann, nach Italien zurück. Dort drehte sie im selben Jahr den hervorragenden Film 'Ultimo incontro' von Gianni Franciolini mit Amedeo Nazzari und Jean-Pierre Aumont. Danach verbrachte sie mit ihren beiden Söhnen einen langen Sommerurlaub auf den Inseln Ischia und Capri bei Neapel. Sie begann als alleinerziehende Mutter einen neuen Lebensabschnitt und zog nach Rom. Carlo und Larry gingen dort auf die internationale amerikanische Schule.

Rollenangebote führten sie nach Spanien, wo sie die Hauptrolle in der französisch-italienischen Co-Produktionen 'Les amants de Tolède' (Die Liebenden von Toledo) übernahm, und zurück nach Italien in der Hauptrolle zu 'Il mondo le condanna' (Die von der Liebe leben).  1953 spielte sie sich selbst in 'Siamo donne' (Wir Frauen), in der zweiten von vier Episoden 'Alida Valli', neben Ingrid Bergmann, Anna Magnani und Isa Miranda.
1954 drehte sie in Venedig 'The strangers hand' (Die Hand des Fremden), in der Rolle einer istrianischen Flüchtlingsfrau. Der Film sollte ein Nachfolge-Erfolg zu dem Film 'Der dritte Mann' werden, denn Author und Produzent war Graham Greene, und in der Besetzung wirkte wieder Trevor Howard mit. Doch der Film konnte an den Erfolg des Dritten Mannes nicht mehr anknüpfen.

Senso - Sehnsucht

Im selben Jahr drehte sie 'Senso' (Sehnsucht) von Luchino Visconti. Anders als Selznick erkannte dieser die Qualitäten von Alida Valli, setzte sie an richtiger Stelle ein und gab ihr dadurch die Möglichkeit in einem Meisterwerk eine künstlerische Glanzleistung zu vollziehen. In der Rolle der venezianischen Gräfin Livia Serpieri, die in ihrer Liebe zu einem Offizier der österreichisch-ungarischen Besatzungsmacht im neunzehnten Jahrhunderts ihre eigene Identität aufgibt und dabei ihr Land und ihr Volk verrät. Sie ist die tragische Heldin, ein Symbol für das Abrutschen des Adelsstandes in den Anachronismus, des Niedergangs einer Gesellschaft des alten Stils. Die dramatische Interpretation dieser zentralen Figur ist der Höhepunkt in der Karriere Alida Vallis. Für Ihre Darstellung erhielt sie 1955 den italienischen Preis 'Grolla d'Oro' und 1957 den Preis 'Stella di Cristallo' der französischen Akademie der Cinematografie in Paris. Ein politischer Skandal begleitete den Film bei dem Filmfestival von Venedig. Obwohl er als Meisterwerk bewertet wurde, heute wird er sogar als Viscontis Hauptwerk bezeichnet, missfiel er der politischen Führung und bekam den 'Goldenen Löwen' nicht. Visconti, der selbst aus lombardischen Hochadel stammte, galt als komunistisch und in der damaligen Nachkriegszeit wollte man den Inhalt des Films, eine Italienerin, die ihr Land verrät, mit keinem offiziellen Preis würdigen.

 
Senso - Sehnsucht

In der folgenden Zeit wurde Alida Valli zusätzlich in einen Skandal aus dem römischen Dolce-Vita-Milieu verwickelt. Ein römisches Mädchen, Wilma Montesi, wurde am Strand bei Rom tot aufgefunden, wobei ungeklärt blieb, was die Todesursache war. Verdächtigt wurden jedoch Alida Vallis Freund Piero Piccioni, Sohn des damaligen italienischen Aussenministers und Moritz von Hessen, Sohn der italienischen Königstochter Mafalda di Savoia. Alida Valli war durch ihre Zeugenaussage Piccionis Alibi, denn sie waren nachweislich in der fraglichen Zeit zusammen in Amalfi gewesen. Die juristischen Vorgänge und Pressekampagnen kosteten Alida Valli soviel Energie, dass sie eine Zeitlang nicht arbeiten konnte und eine Schlaftherapie unternahm. Später wird dieser Skandal Fellini zu seinem Film 'La dolce vita' inspirieren. Nach den Vorfällen um Senso und Montesi nahm sie von der italienischen Öffentlichkeit Abstand und startete zwei neue Karrieren: Eine Theaterkarriere und eine Filmkarriere in Frankreich.

Theater und französiches Kino

1956 gründete Alida Valli ihre eigene Theatercompanie. Sie ging auf Tournée in über 60 Städte in Italien mit Stücken von Hendrik Ibsen, Luigi Pirandello und William Archibald, unter der Regie von Giancarlo Zagni. 1957 kehrte sie zum Kino zurück und drehte mit Michelangelo Antonioni, einem der großen italienischen Regisseure des "cinema impegnato" (italienischer Neorealismus), den Film 'Il grido' (Der Schrei). Mit der Rolle der Irma, einer einfachen Landfrau aus der padanischen Ebene, die ihr Kind und ihren Mann verlässt, um zu einem Jüngeren zu gehen, gewann sie den großen Preis der Kritik des Festivals von Locarno im selben Jahr. Danach drehte sie mit Yves Montand 'La grande strada azzurra' (Die große blaue Strasse) an Drehorten in Istrien. Der Film wurde im Jahr 2001 restauriert und die Wiederaufführung im Lincoln Center in New York von Dustin Hoffman präsentiert.

Alida Valli verstärkte seit 1957 ihre Zusammenarbeit mit dem französischen Kino und drehte  mit Regisseuren wie René Clement (La diga sul Pacifico), Roger Vadim (Les bijoutiers du clair de lune), Yves Robert (Signé Arsène Lupin), Georges Franju (Les jeux sans visage), Jacques Deray (Le gigolo) und Claude Chabrol (Ophélia), dem Regisseur der französichen 'Nouvelle Vague' (Neue Welle). Sie stand mit französichen Stars wie Yves Montand, Brigitte Bardot, Pierre Brasseur, Jean Claude Brialy, Jeanne Moreau, Annie Girardot und später mit dem jungen Gérard Depardieu vor der Kamera.

Der berühmteste ihrer französischen Filme ist 'Une aussie longue absence' (Noch nach Jahr und Tag) von Henri Colpi. Marguérite Duras, die Drehbuchautorin, hat die Rolle der Hauptfigur Thérèse speziell für Alida Valli geschrieben und diesen Film "Der Ewigkeit der Liebe" gewidmet. Er erzählt die Geschichte einer Frau aus der Pariser Vorstadt, Thérèse, die nach Kriegsende 15 Jahre auf ihren verschollenen Mann gewartet hatte und auch dann nicht verzweifelte, als er als Clochard in Paris auftauchte und sie nicht mehr erkannte. Noch vor seiner Uraufführung in Paris wurde er mit dem begehrtesten Filmpreis Frankreichs, dem 'Prix Louis Delluc', ausgezeichnet. 1961 gewann er die 'Goldene Palme' bei dem Filmfestival von Cannes. Die Presse beschrieb den Film als ein "vollendetes Meisterwerk": "Dieser Film ist eine einzige große Liebesszene - er zeigt uns die Liebe einer Frau (Thérèse/Alida Valli) mit so stiller, schöner Eindringlichkeit, wie wir es kaum je sahen!". In Deutschland wurde er mit dem Prädikat 'Besonders Wertvoll' ausgezeichnet. Er ist einer der Filme, den Alida Valli selbst besonders schätzt.


Une aussie longue absence
(Noch nach Jahr und Tag)

                                                                                                               

                                                                                  
Marguerite Duras
 

TV, Theater und Jahre in Mexiko

In dem italienischen Fernsehen trat Alida Valli bereits 1959 mit dem Film 'I figli di Medea' von Cajoli auf. Es folgten die Fernsehproduktionen 'Ragazza mia' (1960) und 'Il caso Maurizius' (1961).

In der argentinisch-französisch-brasilianischen Coproduktion 'Homenaje a la hora de la siesta' von dem argentinischen Regisseur Leopoldo Torre Nilsson spielte sie 1962 die Rolle der Constance, eine Witwe, die im Regenwald des Amazonas den Selbstmord des Gatten als Heldentod stilisiert und dabei selbst den Tod findet. Durch die Dreharbeiten in Brasilien kam sie für ein weiteres Filmprojekt mit Bunuel nach Mexiko, das jedoch nicht realisiert wurde. Sie verbrachte anschließend zwei Jahre mit Giancarlo Zagni in Mexiko City, führte dort selbst Regie für einen Dokumentarfilm und drehte einige Kinofilme. Sie trat in mexikanischen Fernsehproduktionen auf, der TV-Serie 'La estranjera' mit 55 Folgen und mehrmals als Stargast in der populären 'Manolo Fabregas Show'.

1964 kehrten Alida Valli und Giancarlo Zagni zurück nach Italien. In Frankreich erhielt sie in Paris von dem  französischen Kulturminister der Ehrentitel 'Chevalier des Arts et des Lettres' für ihren Beitrag zur französischen Kultur. Im folgenden Jahr startete sie ihre zweite Theaterkarriere, die bis heute anhält. Sie ging wieder auf Tournée durch Italien und Frankreich mit Stücken von u.a. Guglielmo Biraghi (Il sole e la luna), Arthur Miller (A View from the Bridge), Raf Vallone (La bambolona), Alberto Moravia (Il Dio Kurt), Jean Cocteau (Les parents terribles), Frank Wedekind (Lulu/Erdgeist-Die Büchse der Pandora), Anton Tschechow (Die Möwe), Christopher Marlowe (Le massacre à Paris), Jean-Paul Sartre und Yuki Mishima (Huis Clos - Aoi - Hanjo), Gabriele D'Annunzio (La città morta, La nave) und Tennessee Williams (Suddenly Last Summer).

Von 1966 bis '67 moderierte Alida Valli für das italienische Fernsehen RAI eine eigene Show 'Music Rama',  ein Musikprogramm, in dem Interpreten bekannte Lieder aus Filmen vorstellten und in dem sie selbst mit ihrem Lied 'Ma l'amore no' in einer Neufassung wieder zu hören war. Mit Pier Paolo Pasolini, einem der außergewöhnlichsten, genialen und umstrittenen Regisseure Italiens drehte sie 1967 den Film 'Edipo Re' (Ödipus Rex, König Ödipus) nach der griechischen Tragödie von Sofokles, in dem sie Merope, die Adoptivmutter von Ödipus darstellt. 1970 übernimmt sie die weibliche Hauptrolle in dem Film 'La strategia del ragno' (Die Strategie der Spinne) von Bernardo Bertolucci.


La strategia del ragno
(Die Strategie der Spinne)

 

In den siebziger Jahren war sie insbesondere in Horror und Katastrophenfilmen zu sehen, zunächst in 'L'Anticristo' (1974), dann in 'La casa dell'esorcismo' (1975), 'Suspiria'  (1977), 'Cassandra Crossing' (1977) und 'Inferno' (1980). Mit dem Regisseur Bernardo Bertolucci drehte sie drei Filme, das Italien-Epos 'Novecento' (Neunzehnhundert) (1976), 'La luna' (1979) und die Komödie 'Berlinguer, ti voglio bene' (1977) mit Roberto Benigni, in der sie in der Rolle als rüde und zottige  Mutter überraschte. Das französichen Fernsehen widmete ihr 1976 eine eigene Sendung, in der sie über ihr Leben berichtete: 'Une heure avec Alida  Vall'.  

 In den achtziger Jahren spielte Alida Valli in Theaterstücken von D'Annunzio, Andreev, Camus, Shakespeare, Sartre und Genet. Für das Fernsehen drehte sie 'Quell'antico amore', drei Episoden der Serie 'Casa Cecilia', 'Piccolo mondo antico' und 'Dramma d'amore'.  

Ehrungen

Alida Valli erhielt eine Reihe von Film- und Theaterpreisen, darunter den internationalen Preis 'Sagittario d'oro' (1981) und  den Preis 'Adelaide Ristori' (1981). Für die beste weibliche Nebenrolle in dem Film 'La caduta degli angeli ribelli' bekommt sie 1982 den Preis David di Donatello. Sie erhielt den Theaterpreis 'Ennio Flaiano' für 'La Venexiana' und  den Preis 'Eleonora Duse' für 'La nave' von D'Annunzio. In Paris erhielt sie den 'Prix Lumière' und ist zu Gast bei dem französichen Fernsehen Antenne 2, wo Frédéric Mitterrand sein Interview mit  den Worten beginnt: "Il s'agit d'une legend, celle de l'une de plus grandes actrices de notre temps" (Es handelt sich um eine Legende, eine der größten Schauspielerinnen unserer Zeit). Eine wissenschaftliche Ehrung wird ihr zuteil, als sie 1990 das 'Laurea ad honorem' (Dr.h.c.) für ihre Verdienste in der Kunst und Kultur von 'Consiglio Accademico' der  Terza Università von Rom bekommt. 

Trotz aller Erfolge und Ehrungen blieb Alida Valli sich selbst treu und gab sich keinen Star-Allüren hin. Als die Journalistin Luciana Jorio der Zeitschrift 'Corriere d'Informazione' Alida Valli fragte, welche Rolle ihr gefiele zu spielen, gab sie ihr zu Antwort: "Non ce n'è uno in particolare. So soltanto che mi piacerebbe sostenere un ruolo di popolana, magari istriana" (Es gibt keine Spezielle. Ich weiß nur, dass es mir gefiele eine Frau aus dem Volke zu spielen, vielleicht eine Istrianerin.)   Alida Valli hatte sich nie von der Arbeit zurückgezogen. Film, Theater- und Fernsehproduktionen bestimmten bis zuletzt ihren Alltag. Ihren Hauptwohnsitz hatte sie im historischen Zentrum von Rom, in der Nähe der Piazza Navona in einem Palazzo aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die Sommer verbrachte sie am Meer in Fregene. Sie hielt regen Kontakt zu Freunden und zur Familie auf der ganzen Welt. Drei Enkel leben, wie ihr Sohn Lorenzo, in den Vereinigten Staaten in New York. Der Enkelsohn Pier-Paolo de Mejo, inzwischen auch Theaterschauspieler, lebt mit ihrem Sohn Carlo in Rom.
Da über ihre Person und ihr Privatleben wenig bekannt ist, umgibt sie die Aura des Geheimnisvollen. Sie gab nur selten Interviews und achtet sorgsam darauf ihre Privatsphäre nicht in die Öffentlichkeit zu tragen.

Alida Valli wurde zur Ikone und zur 'Grande Dame' des italienischen Kinos. Ihr künstlerisches Lebenswerk ist monumental, sie hat bisher über 100 Kinofilme gedreht, in über 30 TV-Produktionen (Spielfilme, Serien, Shows) und in über 30 Theaterstücken mit Tourneen in weit über 100 Städte mitgewirkt, die einzelnen Vorstellungen sind ungezählt. Sie ist eine der größten Schauspielerinnen ihrer Zeit. So schreibt David Shipman in seinem Werk The great movie stars: "...you will probably regard her as one of the half-dozen best actresses in the world" und Frédéric Mitterrand schrieb: "...cette actrice fut la seule en Europe à égaler Marlène Dietrich ou Garbo". Für ihr Lebenswerk erhielt sie viele Preise und Ehrungen, darunter den 'David di Donatello' für die Karriere, den 'Ennio Flaiano', den 'Goldenen Löwen' der Filmfestspiele von Venedig und zuletzt aus der Hand des italienischen Staatspräsidenten den Preis 'Vittorio de Sica' 2001 vor den standing ovations ihrer Kollegen.



Alida Valli mit dem Präsidenten der Republik Italien
Azeglio Ciampi und dem Regisseur
Michelangelo Antonioni, Quirinalspalast, Rom  2001

 

Die Schauspielerin Mariangela Melato, die oft mit Alida Valli zusammengarbeitet hat beschrieb sie anlässlich ihres 80. Geburtstages mit den Worten: "Posso dire una cosa sola che le comprende tutto: l'ho amata  e la amo tanto. È stata una figura importantissima ma sopratutto meravigliosa perché, come raramente accade, lei era ed è bella dentro come fuori" ( Ich kann nur eine einzige Sache sagen, die alles beinhaltet: ich habe sie geliebt und liebe sie sehr. Sie ist eine sehr wichtige Persönlichkeit, aber vor allem ein wunderbarer Mensch, weil sie, wie es selten zutrifft, schön war und ist, innen wie aussen.)

 Alida Valli ist am frühen Morgen des 22. April 2006 in ihrem Haus in Rom friedlich verschieden, die offiziellen Feierlichkeiten fanden zwei Tage später unter großer Anteilnahme im römischen Campidoglio statt.

 

  

 

Foto: Durch freundliche Überlassung des Pressebüros des Präsidenten der Republik Italien; Portraits: Collection Gasperini, Plass, Pecorari; Santa Monica, Selznick Studio, Leonor Fini: Internet.

 

 

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